Anfängerleitfaden Kapitel 8 – Langfristige Strategie

Sobald du mehrere Dörfer gründest, wird die Spezialisierung dieser Dörfer immens wichtig. Erfahre mehr über defensive, offensive und unterstützende Dörfer und beginne damit, deinen „Hammer“ auszubilden.

Dieser Artikel ist der letzte Teil einer Serie, die Neueinsteigern helfen soll, die Welt von Kingdoms zu erkunden. Für diese Serie nehmen wir an, dass du das Tutorial durchgespielt und dabei die Rolle eines Statthalters gewählt hast.

Im vorherigen Kapitel hast du gelernt, dass viele Spieler gemeinsam mächtiger sind als wenige. Also kann viele Dörfer zu besitzen wohl auch nicht schaden, oder?

Dies ist das letzte (und längste) Kapitel des Anfängerleitfadens. Es wird dir einen Einblick in die volle Tiefe und den Umfang des Spiels geben, und falls du gerade neu ins Spiel eingestiegen bist, rate ich dringend dazu, die vorherigen Kapitel des Leitfadens anzusehen, bevor du dich dieser Herausforderung stellst!


Es gibt Militäreinheiten, die eher zum Angriff geeignet sind, und solche, die eher zur Verteidigung taugen. So weit, so gut. Ein sehr wichtiger Unterschied im Kampfsystem von Kingdoms besteht allerdings darin, dass eine angreifende Streitmacht immer auf sich allein gestellt kämpft, während sich verteidigende Streitkräfte aus vielen verschiedenen Dörfern an einem Ort versammeln können, solange die Getreidevorräte ausreichen, und dann auch gemeinsam kämpfen.

Während also ein Verteidiger eine Anzahl kleinerer Armeen in mehreren Dörfern verteilen und in jedem Dorf die Kasernen und Ställe nutzen kann, um Ersatztruppen auszubilden, muss jede offensive Streitkraft aus einem einzelnen Dorf kommen und dort so zahlreich wie möglich ausgebildet und versorgt werden. Dabei sind zwei kleine Angriffe schlechter als ein großer.

Diese enormen, offensiven Armeen, die in einzelnen Dörfern beheimatet sind, werden in der Kingdoms-Community „Hammer“ genannt. Um einen Hammer zu erschaffen, muss ein Spieler Rohstoffe in einer einzelnen Siedlung – normalerweise seiner Hauptstadt – konzentrieren und die Kaserne, Stall und Werkstatt rund um die Uhr und ohne Pause Truppen ausbilden lassen.

Mehrere dieser „Hämmer“ bilden die offensive Schlagkraft eines Königreichs – wenn die Zeit für die letzte Schlacht gekommen ist, bekämpfen sich Königreiche mit ihren versammelten Hämmern.

Aus diesem Grund spezialisieren Spieler ihre Dörfer langfristig. Zu Spielende besitzen erfahrene Spieler bis zu 15 Dörfer!

Spezialisierung von Dörfern

Dörfer zu spezialisieren bedeutet, deinen Rohstoffeinsatz zu optimieren. Denk daran, dass Dörfer nur die Infrastruktur darstellen und dein primäres Ziel die Bereitstellung eines schlagkräftigen Militärs ist.

Die Forschung in Kingdoms ist nicht global an deinen Account gebunden – du musst also neue Einheiten und ihre Verbesserungen immer individuell pro Dorf neu erforschen. Das bedeutet, dass du – ohne die Spezialisierung deiner Dörfer – in jedem Dorf immer alles neu erforschen musst und dadurch unnötig Rohstoffe auf deine Infrastruktur verschwendest, anstatt Einheiten für die Kriegsführung auszubilden.

Deshalb versuchen wir Dörfer zu errichten, die zwar eine wichtige Rolle erfüllen, aber so wenig Investition wie möglich erfordern. Indem wir spezialisieren, müssen wir weniger bauen und forschen.

Militärische Dörfer
  • Hammerdorf
    Ein Dorf, in dem du deinen Hammer ausbildest. Hier werden nur offensive Einheitentypen erforscht, verbessert und ausgebildet.
  • Räuberhammer
    Ein Dorf in der Nähe deiner Hauptstadt mit einer Armee, die darauf spezialisiert ist, täglich die Räuberverstecke auszuschalten (jede Menge schnell ausbildbarer Infanterie und eine einzelne Ramme zur Belagerung, um so weniger Verluste zu erleiden).>
    Wichtig sowohl für defensiv als auch für offensiv spielende Statthalter
  • Kundschafterdorf
    Ein Dorf, das massenhaft Kundschafter ausbildet, um auch bei starkem Wiederstand Informationen sammeln zu können.
Wirtschaftliche Dörfer
  • Versorgungsdorf
    Ein Dorf, das jede Menge Getreide produziert und speichert und es an bedürftige Dörfer versendet, zum Beispiel ein Hammerdorf oder zu einer sich versammelnden Verteidigungsstreitmacht. (Natürlich wird auch dieses Dorf früher oder später einen Überschuss der anderen Rohstoffe haben.) Dieses Dorf produziert keine eigenen Truppen und spezialisiert sich darauf, Rohstoffe zu speichern, zu verstecken und an andere Dörfer zu versenden.
  • Verteidigungsdorf
    Ein Dorf, das nur Verteidigungseinheiten produziert, bis die Armee den Großteil des eigenen Getreides verbraucht. Danach kann es beginnen, Rohstoffe an das Hammerdorf zu schicken.
  • Plünder-Außenposten
    Ein Dorf, das Rohstoffe durch Plündern produziert. Es nutzt den größten Teil des eigenen Getreides dazu, eine Plünder-Streitmacht zu unterhalten. Plünderdörfer sind dazu gedacht, Rohstoffe von inaktiven oder schwachen Spielern („Farmen“) zu holen, indem man massenhaft kleine, schnelle Truppen über das „Farmlisten“-Feature aussendet.

Die Truppen eines Plünderdorfes werden nicht fähig sein, einen stärkeren Spieler zu bedrohen, sondern benötigen die Hilfe eines Hammers, um das Angriffsziel vor dem großen Ausräumen zu „säubern“.

Du solltest dich für eine Mischung aus Dörfern entscheiden, die deinem Spielstil, deinem Aktivitätsgrad und deiner Rolle im Königreich gerecht wird. Falls du weniger aktiv bist, einen Verteidiger spielen willst und in deinem Königreich starke Angreifer mitspielen, kannst du in deiner Hauptstadt entspannt einen Räuberhammer bauen und das mit jeder Menge Verteidigungsdörfern ergänzen und damit deinem Königreich helfen. Außerdem kannst du auch noch ein Kundschafterdorf hinzufügen und Spionageberichte mit deinem Königreich teilen, quasi als Meister der Spione.

Je aktiver und aggressiver du das Spiel spielen möchtest, desto mehr Plünderdörfer solltest du errichten und später eventuell in Hammerdörfer ausbauen, wobei ein Hammer für die Schlacht um die Weltwunder aufgespart wird und Feinde mit einem zweiten bekämpft werden. Diese Hämmer wirst du nur mit reinen Versorgungsdörfern aufrecht erhalten können. Allerdings können selbst extrem starke Spieler nicht mehr als einen bis maximal zwei Hämmer versorgen.

15-Cropper

(In der Community werden Dörfer, die über 15 Getreidefelder verfügen, als „15-Cropper” – abgekürzt „15c“ – bezeichnet.)

Es gibt nur wenige, besiedelbare Felder auf der Weltkarte mit 15 Getreidefeldern, und dementsprechend weniger der anderen Rohstoffquellen. Diese Felder sind äußerst begehrt. Durch eine Oase mit Getreidebonus erhält man in solch einem Dorf einen enormen Produktionsbonus, denn einen prozentualen Bonus auf 15 Rohstofffelder zu erhalten – anstatt nur auf 6 oder 9 – bietet einen wichtigen Produktionsvorteil.

Ein 15-Cropper kann sehr mächtig sein – aber nur, wenn du ihn auch verteidigen und versorgen kannst!

Die Getreideproduktionsgebäude – die Mühle und die Bäckerei – sind natürlich ebenso hocheffizient in solch einem Dorf, während man sich das Sägewerk, die Lehmbrennerei und die Eisengießerei sparen kann und dadurch die Baukosten senkt und Platz für andere Gebäude erhält.

Erfahrene Spieler werden immer versuchen, ihre Hauptstadt auf ein 15-Getreide-Feld zu verlegen. Die Hauptstadt bietet den einzigartigen Vorteil, dass Rohstofffelder beliebig weit ausgebaut werden können, wodurch das Getreideeinkommen und dementsprechend prozentuale Boni durch Gebäude und/oder Oase noch stärker ausgenutzt werden.

Diese „15-Cropper“ werden letztendlich als Parkplatz für den „Hammer“ eines Spielers genutzt. So müssen nicht mehr ständig enorme Mengen an Getreide angeliefert werden. Wobei allerdings der Hammer, der dort stationiert ist, nicht notwendigerweise auch dort gebaut werden muss: Ein anderes, nahes Dorf kann seine Truppen dort stationieren, um sie zu versorgen. Hierdurch spart man sich im 15-Cropper die Infrastruktur, um Truppen auszubilden, und kann dort mehr Lagerhäuser und Kornspeicher errichten, um Einnahmen zu speichern und umfangreiche Ressourcen-Umtauschaktionen über den NPC-Händler zu ermöglichen.

Gerade weil 15-Cropper so begehrt sind, sollte ein aufstrebender Spieler sich allerdings nicht sofort den besten Platz im Spiel schnappen – auch wenn du es schaffst, würdest du dich nur zum Angriffsziel machen. Erfahrenere Spieler werden früher oder später angreifen, um dir den Platz wieder zu nehmen.

Wenn du neu im Spiel bist, dann bespreche dich am besten mit deinem Königreich, frage deinen König oder die Herzöge, wo du siedeln solltest und welche Rolle du dementsprechend im Königreich erfüllen kannst.

Ein starkes Königreich hinter sich zu haben, dafür aber keinen 15-Cropper, ist immer noch unendlich viel wertvoller, als den besten 15-Cropper zu haben aber kein Königreich, um ihn zu schützen.

Erhalt deiner Armee / Ausweichen von Angriffen

Es gilt das Motto „Wähle dein Schlachtfeld weise“: Möchtest du dein Militär ausbauen, solltest du unter anderem deine Kräfte so gut wie möglich erhalten. Insbesondere wichtig für jedweden Hammer, den du baust.

Abwesenheit

Während es natürlich am besten wäre, einen Spieler aus einer anderen Zeitzone als Sitter oder Dual für deinen Account zu gewinnen, ist das für viele Spieler leider nicht machbar. Du musst also einen Weg finden, um eine Weile außerhalb des Spiels verbringen zu können und sicherzustellen, dass deine Truppen in der Zwischenzeit nicht gemeuchelt werden.

Eine gute Strategie hierfür ist, deine Online-Zeit zu planen und einen entfernten inaktiven Spieler oder eine Oase auf der Karte zu finden, die gerade weit genug weg ist, sodass deine Streitkräfte genau dann von einem Überfall zurückkehren, wenn du planst, wieder online zu sein. Falls du einen großen Hammer baust, wird deine Getreideproduktion in der Zwischenzeit negativ sein, deshalb sollte dein Hammerdorf genug Kornspeicher haben, um einige Stunden an Getreide speichern zu können. Außerdem solltest du Handelsrouten von deinen Unterstützungsdörfern einrichten, um Getreide in Teillieferungen über Nacht anzuliefern.

Zur Abschreckung von Gegnern können Königreiche die defensiven Spieler des Reiches zusammentrommeln, um die Verteidigung des Königreichs in den Hammerdörfern zu versammeln und über Nacht zu versorgen.

Eintreffende Angriffe

Das Wichtigste beim Umgang mit Angriffen auf dein Dorf ist zu wissen, was dein Gegner dir entgegenschickt. Dabei kann es zwar helfen, einen Blick auf das Dorf deines Feindes zu werfen, aber meistens wirst du trotzdem nicht wissen, wie viele Truppen dein Feind genau hat. Die Verteidiger des Königreichs blind gegen einen Angreifer zusammenzurufen ist jedoch auch nicht ideal, denn selbst im besten Fall tun beide Armeen auch „nur“ das, was sie am besten können. Die Lösung? Eine Situation erzeugen, in der nur deine Streitmacht das tut, was sie am besten kann, und die deines Gegners nicht – am besten wäre es also, wenn du es schaffst, die feindlichen Angreifer in die Defensive zu zwingen! Gegenangriffe sind die beste Verteidigung gegen einen gefährlichen und ausdauernden Angreifer, gefolgt von einer Überzahl an Verteidigern.

Idealerweise lässt du deinen Gegner daher immer in ein leeres Dorf ohne Rohstoffe und Truppen laufen. Dein Gegner erhält dadurch nicht nur nichts für seine Mühen, sondern du wirst auch noch die Größe seiner Streitmacht durch den Kampfbericht erfahren. Dann kannst du entweder sofort zum Gegenangriff übergehen oder den Verteidigern des Königreichs eine Einschätzung der Stärke des Angriffs geben, falls derselbe Spieler erneut einen Angriff sendet.

Eine wichtige Ausnahme stellen Angriffe dar, die Belagerungsgeräte wie Katapulte beinhalten. So sind Armeen mit Belagerungsgeräten leicht zu identifizieren, weil sich diese nur sehr langsam bewegen können. Diese Art von Angriffen wird dich jedoch auch dann Rohstoffe kosten, wenn du das Dorf zuvor leergeräumt hast.

Auch bei Angriffen mit Belagerungsgeräten gilt: Wenn der Gegner dein Hammerdorf angreift, ist dein Hammer in der Regel immer deutlich wertvoller als die Gebäude, die durch den Angriff zerstört werden könnten. Daher ist das Ausweichen von Angriffen immens wichtig. Die einzige Ausnahme ist, wenn die Verteidiger deines Königreichs online sind und eine Menge an Truppen zur Verfügung haben – eine koordinierte Verteidigung von dutzenden Spielern ist garantiert immer dem überlegen, was ein einzelner Angreifer aufbieten kann.

Die zugrundeliegende Philosophie ist dabei immer, nach bestem Wissen einzuschätzen, wie groß das Risiko ist, das ein Angriff darstellt, und ob die Verteidigung einen Vorteil bringt. Verteidigen bedeutet niemals, einfach nur Truppen im Dorf herumstehen zu lassen. Eine gute Verteidigung ist eine koordinierte, wohlgeplante militärische Aktion, die deinem Gegner hohen Schaden zufügt, genau wie jeder Angriff auch. Und genau wie bei einem Angriff sind der Erhalt deiner Truppen, das Einholen von Informationen und eine genaue Planung Voraussetzungen für den Erfolg. Verteidigen ist nichts für träge Spieler – lässt du deine Truppen herumstehen, während eine unbekannte Streitmacht anrollt, wirst du sie garantiert früher oder später verlieren.

Also merke dir:

  • Weiche dem ersten Angriff immer aus, um deine Streitkräfte zu erhalten und Informationen über den Gegner zu sammeln.
  • Koordiniere dich mit dem Königreich und hole so viele andere Spieler zu Hilfe wie nötig, falls ein Angriff strategisch wertvollen Besitz bedroht.
  • Ein Gegenangriff ist die beste Verteidigung. Nur ein Angreifer, dessen Dörfer selbst bedroht werden, ist gezwungen, mit seinen Angriffen aufzuhören.

Dieses Kapitel ist der Abschluss unseres acht Kapitel starken Anfängerleitfadens für Kingdoms.

Wir hoffen, dieser Leitfaden hat dir einen kleinen Einblick geboten, was dir dieses Spiel bieten kann. Leider ist es nur die Spitze des Eisbergs, aber diese Tipps anzuwenden sollte dir eine gute Basis liefern und die Chance bieten, als ein schnell wachsender und aktiver Spieler in ein gutes Königreich aufgenommen zu werden.

Hast du weitere Fragen? Möchtest du deine ersten Erfahrungen mit Travian Kingdoms teilen? Dann schreib uns doch im Forum: https://forum.kingdoms.com/

Und natürlich hoffen wir, dass du großen Spaß beim Spielen hast!

Dein Team von Travian Kingdoms

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